Der Begriff »Ayurveda« setzt sich zusammen aus »Ayus«, das Leben,
und »Veda«, vollständiges Wissen. Dieses Wort aus dem indischen
Sanskrit ist mittlerweile auch im Westen kein Fremdwort mehr, seitdem eine Flut
von Artikeln in
Illustrierten, Zeitungen und medizinischen Fachzeitschriften den Lesern die
Gedankenwelt des Ayurveda zu vermitteln versucht.
Dabei ist diese traditionelle Naturheilkunde, die sich vor etwa 5000 Jahren in Indien und später in Sri Lanka entwickelte, nur auf den ersten Blick ein kompliziertes System mit höchst abstrakten Theorien und sonderbaren Verhaltensreglements. Bei näherem Hinsehen jedoch entpuppt sich diese älteste medizinische Wissenschaft der Menschheitsgeschichte als ein zwar komplexes, aber letztendlich sehr einfaches Lebens- und Gesundheitsprogramm, das für jeden Menschen und für jede Situation individuelle, nachvollziehbare Ratschläge zur Verfügung stellt.
Der Legende
nach empfingen die alten, weisen Männer Asiens das »Wissen vom langen
Leben« in ihrer meditativen Schau von Brahman, dem Höchsten. Das
Wissen wurde anfangs nur mündlich weitergegeben; die ersten schriftlichen
Aufzeichnungen sind ungefähr 3000 Jahre alt. Einer der berühmtesten
Autoren der alten ayurvedischen Schriften und Begründer der Inneren Medizin
des alten Indiens beschrieb die Beziehung zwischen dem Menschen und dem Universum
folgendermaßen: »Der Mensch ist das Abbild des Universums. Was immer
den Menschen in seiner Verschiedenheit ausmacht, formt auch das Universum. Die
Teile, die das Universum bilden, formen wiederum den Menschen.« Nach Auffassung
der indischen Weisen oder Seher setzt sich die gesamte Schöpfung aus fünf
Grundelementen zusammen: dem Raumelement, dem Luftelement, dem Wasserelement,
dem Feuerelement und dem Erdelement. Diese Elemente dürfen wir uns nicht
konkret vorstellen; sie stehen eher für Prinzipien oder für Wirkungsweisen.
Die drei Doshas
Diese fünf
Elemente manifestieren sich im menschlichen Körper als Grundprinzipien
oder Bioenergien, die als
»Doshas« bezeichnet werden und die alle biologischen, psychologischen
und physiopathologischen Funktionen des Körpers, des Geistes und des Bewußtseins
regeln. »Dosha« heißt übersetzt soviel wie das, »was
die Fähigkeit hat, sich zu verändern« – sowohl zum Guten
wie auch zum Schlechten.
Diese Bioenergien durchdringen den gesamten Kosmos und drücken sich in
biologischen Tagesrhythmen, Nahrungsmitteln, Heilkräutern und im Einfluß
der Jahreszeiten aus. Sie wirken körperlich, ohne selbst körperlich
zu sein. Diese drei Temperamente oder Körpersäfte sind für die
Aufrechterhaltung des Lebens wichtig. Sie liegen mit der Zeugung eines jeden
Menschen in einem für ihn charakteristischen Verhältnis fest. Es können
ein oder zwei Doshas vorherrschend oder alle drei Doshas in gleichen Teilen
vorhanden sein.
Auf diesem Prinzip basierend werden im Ayurveda die Menschen – sehr vereinfacht
dargestellt – in die drei Grundkonstitutionstypen »Vata«,
»Pitta« und »Kapha« eingeteilt.
Das Wissen über die Konstitutionstypen und den aktuellen Stand der Verteilung
der Doshas im Körper sind für den ayurvedischen Arzt wie für
den Heilsuchenden von großer Bedeutung, werden doch danach die Therapie
und alle anderen Maßnahmen festgelegt.
Luft und Äther werden als Aktivitäts- und Bewegungstemperament zusammengefaßt.
Vata ist verantwortlich für jede Bewegung des Körpers und des Geistes
und kontrolliert die Sinnesorgane. Es läßt sich u.a. an seinen Eigenschaften
kalt, trocken und beweglich erkennen.
Das Hitze- oder Feuertemperament leitet sich von den Qualitäten des Prinzips
Feuer ab. Seine Eigenschaften sind heiß, irritierend und scharf. Pitta
ist verantwortlich für den Stoffwechsel, die Verdauung, für die Intelligenz
und ein »strahlendes Aussehen«.
Die Eigenschaften der Elemente Erde und Wasser prägen das Struktur- und
Schleimtemperament. Kapha ist kalt, schwer, glatt, ölig und stabil. Es
ist verantwortlich für den Zusammenhalt, die Struktur und die Widerstandsfähigkeit
des Körpers.
Der Begriff »Konstitution« ist eine eher simplifizierte Übersetzung des Begriff »Prakriti«. Er umfaßt viel mehr, nämlich das, was das »Wesen eines Menschen« ausmacht. Das ist natürlich viel komplexer als die Vorstellung, die in der westlichen Medizin mit dem Begriff Konstitution assoziiert wird.
Auch wenn
ein erfahrener ayurvedischer Arzt das augenblickliche Verhältnis der aus
dem Gleichgewicht geratenen Doshas und damit die Krankheitsursache erkennen
und eine Therapie einleiten kann, so bleibt es doch die Aufgabe jedes einzelnen
Menschen, herauszufinden, was sein »Wesen« ausmacht, und ein seinem
Wesen entsprechendes Leben zu führen. Hier eine grob vereinfachte Darstellung
der verschiedenen Typen:
Vata-Menschen erkennt man an ihrem leichten, zarten Körperbau. Sie haben
eine schnelle Auffassungsgabe, vergessen aber auch sehr schnell, handeln rasch
und sind leicht begeisterungsfähig. Aus dem Gleichgewicht geraten, werden
sind sie ungeduldig, sprung- und wechselhaft und ermüden bald.
Pitta-Menschen sind von mittlerer Statur. Sie verfügen in der Regel über
eine gute Verdauungskraft, »strahlendes« Aussehen, Entscheidungsfähigkeit
und Durchsetzungsvermögen. Im unausgeglichenen Zustand werden sie hitzig
und entwickeln Magengeschwüre und Hautkrankheiten.
Kapha-Menschen sind von kräftiger Statur, verfügen über eine
stabile Gesundheit und erfreuen sich einer starken Sexualkraft. Im ausgeglichenen
Zustand sind sie ruhig und verträglich. Aus der Balance geraten werden
sie dickköpfig, störrisch, schwerfällig, faul und nehmen an Gewicht
zu.
Jeder Typ neigt zu bestimmten Krankheiten, d.h. wenn durch falsche, seinem »Typ« nicht entsprechende Ernährung, Lebensweise und Emotionen und andere Faktoren sein prägendes Dosha zu sehr vermehrt wird, geraten alle anderen Doshas auch aus ihrem ursprünglichen Gleichgewicht und Krankheit ist die Folge.
Auch die
Tages- und Jahreszeiten, die Lebensabschnitte, die Nahrungsmittel, das Denken
und unsere Wünsche unterliegen dem Wirkprinzip der Doshas.
Kindheit ist Kapha-Zeit, die Lebensmitte ist Pitta-Zeit, das Alter ist Vata-Zeit,
Mittag und Mitternacht sind Pitta-Zeit, Nachmittag und die frühen Morgenstunden
sind Vata-Zeit und der Abend und der Vormittag unterliegen dem Kapha-Wirkprinzip.
Alles fließt,
alles ist in ständigem Wandel. Der Mensch hat die Möglichkeit, mit
dem Wissen um seine ganz individuelle Einzigartigkeit und um die Gesetze der
auf ihn einwirkenden Faktoren sein individuelles Gleichgewicht auszubalancieren.
Oberstes Ziel des Ayurveda ist die Gesunderhaltung, was zunächst oft die
Wiederherstellung der Gesundheit voraussetzt.
Nach ayurvedischer
Auffassung ist der Mensch gesund, »dessen Physiologie im Gleichgewicht
ist, dessen Verdauung und Stoffwechsel gut arbeiten, dessen Gewebe - und Ausscheidungsfunktionen
normal sind und dessen Seele, Geist und Sinne sich im Zustand dauerhaften, inneren
Glücks befinden.«
(Sushruta, ayurvedischer Arzt, 500 Jahre v. Chr.).
Ein Zustand,
in dem sich wahrscheinlich die wenigsten von uns befinden, dem wir uns aber
annähern können, wenn wir etwas über das »Wissen vom Leben«
erfahren und seine Ratschläge im Alltag anwenden lernen.
Krankheiten und ihre Ursachen
Die Harmonie und das Gleichgewicht der Doshas im Körper sind erste Voraussetzung
für die Gesundheit. Ein Leben in Einklang mit den Naturgesetzen gewährleistet
dieses Gleichgewicht. Falsches Verhalten, falsche Ernährung und viele andere
Einflüsse stören die Harmonie und führen zu Krankheiten. Der
Mensch sollte mit einer seiner Konstitution entsprechenden Lebensweise seine
überaktiven Temperamente dämpfen und die anderen Temperamente fördern.
Überaktive Temperamente (Überschuß) können zu Krankheit
führen.
Normalerweise ist der Körper in der Lage, solche Überschüsse zu neutralisieren, vor allem dann, wenn es sich um Überschüsse handelt, die nicht dem Grundtemperament entsprechen. Geschieht das nicht, kommt es zu einer erhöhten Ansammlung von »Ama«, von Toxinen, die sich in verschiedenen Körperteilen und Gefäßen festsetzen und Kreislaufstörungen, lymphatische und vegetative Nervenstörungen, schmerzhafte Gelenkschwellungen oder Lähmungen etc. verursachen können.
Die Überschüsse
vermindern das körpereigene Abwehrsystem und belasten den gesamten Organismus.
Sie bieten einen idealen Nährboden für giftige Abbauprodukte oder
krankheitserzeugende Bakterien. Das Gleichgewicht der Doshas ist gestört
und somit entsteht Krankheit.
Ebenso kennt die traditionelle chinesische Medizin Bioenergien. Geraten diese
aus dem Gleichgewicht, manifestieren sich »Yin« oder »Yang«-Krankheiten.
Die Ayurveda-Lehre kennt Konstitutionstypen, die zu gewissen Erkrankungen disponieren
und weiß, warum der eine zu gewissen Krankheiten neigt und der andere
von vornherein Immunität dagegen zeigt, obwohl er in gleichen Rahmenbedingungen
lebt.
Ayurveda lehrt, wie den konstitutionell bedingten Krankheiten und Störungen
durch die Harmonisierung der aus dem Gleichgewicht geratenen Doshas sowie durch
eine entsprechende Ernährung und vernünftige Lebensweise die Grundlage
entzogen werden kann.
Allgemein gelten zwei Faustregeln für die Behandlung: ist ein Dosha angeregt
oder hat einen Überschuß, so sollen alle die Maßnahmen ergriffen
oder Mittel gegeben werden, deren Eigenschaften sich genau gegensätzlich
zu denen des gestörten Doshas verhalten, so dass dadurch das vermehrte
oder angeregte Dosha reduziert und auf seine normale Zustandsform gebracht wird.
Mangelt es jedoch dem Körper an einem Dosha, so soll nach Anweisungen des
Therapeuten dieses Dosha mit Hilfe von Verhaltensänderungen, verschiedenen
Therapien und solchen Mitteln angeregt und vermehrt werden, die ähnliche
Eigenschaften aufweisen wie das gestörte Dosha. Also, ein vermindertes
Dosha muß genährt werden, damit es vermehrt wird, ein vermehrtes
Dosha muß reduziert werden. Die Anregung der Doshas geschieht durch Maßnahmen,
die ähnliche Eigenschaften wie sie selbst haben, die Beruhigung bzw. die
Verminderung der Doshas geschieht durch Maßnahmen, die entgegengesetzte
Eigenschaften besitzen.
Ayurveda in Sri Lanka
Der Ayurveda in Sri Lanka verfügt über eine zweitausendjährige Tradition, wobei er besonders durch den Buddhismus gefördert wurde. Die europäischen Kolonialmächte versuchten vergeblich, die traditionelle Heilkunde zu unterdrücken. Das ayurvedische Wissen wurde in den buddhistischen Klöstern bewahrt, zu denen die Kolonialherren nur schwer Zugang hatten. Mit der Unabhängigkeit Sri Lankas nach dem zweiten Weltkrieg und der Rückbesinnung auf traditionelles Kulturgut erfuhr auch der Ayurveda eine Renaissance.
In Sri Lanka
praktizieren heute graduierte und traditionelle ayurvedische Ärzte. Die
graduierten Ärzte studieren über sechs Jahre an einer Universität
den Ayurveda und schließen die Ausbildung mit einem zweijährigen
Praktikum ab. Einige von ihnen setzen ihr Studium an indischen Universitäten
fort und spezialisieren sich auf bestimmte Fachgebiete, wie z.B. die Ayurveda-Therapie.
Der zweite mögliche Ausbildungsweg zum Ayurveda-Arzt ist das Studium bei
einem traditionellen Arzt. Viele der traditionellen Ärzte stammen aus Familien,
in denen über Generationen der Ayurveda praktiziert und überliefert
wurde. Sie unterrichten in der Regel nur wenige ausgewählte Schüler,
meist aus der eigenen Familie oder aus dem Dorf. Nach einem langen und intensiven
Ausbildungsweg legen diese Schüler ebenfalls staatliche Prüfungen
ab.
Die ceylonesische Regierung weiß diesen Schatz an ayurvedischen Ärzten zu hüten. So hat sie für einige, besonders erfahrene »traditionelle« ayurvedische Ärzte östlich von Colombo ein Dorf bauen lassen, wo diese leben, behandeln und ihr Wissen zum Wohle der Allgemeinheit aufzeichnen. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Bei meinen Besuchen dort bin ich immer wieder beeindruckt von der bescheidenen und einfühlsamen Art, mit der die Ärzte sich ihren hilfesuchenden Landsleuten zuwenden. »Wir behandeln den Menschen, nicht die Krankheit«, erzählte mir ein Rheumaspezialist und fügte hinzu: »We say that Western medicine classifies germs and attempts to destroy them, while Ayurveda classifies human beings and attempts to save them.«
Die Reise in den Busch zu diesem Dorf mit seiner großen »Apotheke«, die sich schon durch die Düfte der unzähligen Wurzeln, Kräuter und Tinkturen von weitem ankündigt, ist ein Erlebnis.
Sri Lanka
hat in der Geschichte oft im Schatten seines
großen (indischen) Bruders gestanden – zu Unrecht, auch was das
Können seiner ayurvedischen Ärzte angeht.
In welchem Land der Erde gibt es schon ein eigenes
»Ministerium für Einheimische Medizin«? Mehr als 85%
der Bevölkerung vertraut sich einem ayurvedischen Arzt an, nicht nur, weil
sie sich keinen Doktor leisten kann, der
»englische (allopathische) Medizin« verschreibt, sondern weil der
Ayurveda Teil ihrer Kultur und ihres Lebens ist. Der »Vedamahattaya« ist zugleich auch Seelendoktor.
Die Regierung
in Colombo unterstützt in großem Umfang die Volksheilkunde Ayurveda.
Davon kann man sich bei Besuchen in ayurvedischen Krankenhäusern, Forschungsinstituten
und Ayurveda-Ausbildungszentren überzeugen. Mit großer Sorgfalt werden
dort die viele Jahrhunderte alten, auf Palmblättern verewigten Verschreibungen
der weisen Ärzte entschlüsselt und auf ihre Wirksamkeit bei verschiedenen
Krankheiten untersucht.
Die ayurvedische Ayurveda - Therapie
Nach der Lehre des Ayurveda ist Krankheit Folge eines gestörten Gleichgewichts von Kräften, der schon erwähnten »Doshas«, die für unser körperliches und emotionales Wohlbefinden sorgen. Ziel einer ayurvedischen Therapie ist also weniger Heilung einer »Krankheit«, sondern Wiederherstellung des dynamischen Gleichgewichts, das bei jedem Menschen verschieden ausgeprägt ist. Gesundheit stellt sich dann wieder ein, wenn durch bestimmte Anwendungen ein Zuviel oder Zuwenig dieser aus der Harmonie geratenen Wirkungsprinzipien beseitigt wird.
Zu allen
Zeiten und in allen Kulturen fanden zu bestimmten Jahreszeiten Reinigungsrituale
statt. So wurden im Frühjahr durch verschiedene Therapien die Stoffe aus
dem Körper entfernt, die sich über den Winter als Schlacken angelagert
hatten. Desgleichen fand im Herbst eine große Körperreinigung statt.
Der Körper hilft sich oft selbst, indem er in den Übergangsmonaten
September/Oktober und im März/April sich seiner Toxine mit Hilfe von Schnupfen
und Erkältungskrankheiten zu entledigen versucht.
Die Menschen in den alten asiatischen Kulturen wußten um die große Bedeutung dieser Reinigungen und bezogen sie in ihr Leben ein. Gesunderhaltung war das oberste Ziel, aufkommenden Krankheiten wurden mit verschiedenen Reinigungstherapien die Grundlage entzogen. Umso bedeutender waren und sind diese Anwendungen bei bereits bestehenden Beschwerden.
Eine jahrtausendalte,
sanfte, aber sehr tiefgreifende Methode zur körperlichen und seelisch-geistigen
Reinigung und Wiederherstellung des dynamischen Gleichgewichts ist die ayurvedische
Ayurveda-Therapie. Diese Panchakarma-Reinigungskur bildet das Herz der ayurvedischen
Medizin.
»Pancha« bedeutet »fünf« und »Karma«
bedeutet »Tätigkeiten« oder »Vorgänge«, durch
die Toxine und Schlacken im Körper gelöst und über die natürlichen
Ausscheidungsorgane (Darm, Harnwege, Blutgefäße, Schweißdrüsen)
ausgeschieden werden.
»Der Körper der meisten unserer Patienten aus dem Westen«, versicherte mir ein »westerfahrener« ayurvedischer Arzt, »ist so ‘rein’ wie die Elbe bei Hamburg« und fuhr fort: »Bei einem solchen mit Toxinen und Schlacken belasteten Körper ist die Einnahme von Heilmitteln sinnlos und kann sich sogar ins Gegenteil wenden, weil dadurch die Krankheit noch tiefer in den Körper getrieben wird.«
Die Reinigungstherapie,
die aus verschiedenen Anwendungen besteht, leitet Unreinheiten aus dem Körper
aus. Sie bewirkt eine grundlegende Umstimmung des Organismus und fördert
das physiologische Gleichgewicht.
Ölmassagen, Kräuterdampfbäder, das Beklopfen des Körpers
mit Reissäckchen, die vorher in Tinkturen getränkt wurden, Ölbehandlungen
des Kopfes, die vor allem bei Heuschnupfen, Nebenhöhlentzündungen,
Streß, Migräne und Schlaflosigkeit indiziert sind und eine Reihe
anderer Behandlungen sind Teil dieser Kur.
Die ayurvedischen Medikamente, zumeist Komplexpräparate aus Heilkräutern
und Mineralien, bewirken nicht nur eine starke Reinigung des gesamten Organismus,
sondern zielen auf die Beseitigung der eigentlichen Ursache der Störung,
das bestehende Ungleichgewicht der Bioenergien.
Wie bereits erwähnt, empfehlen die alten Schriften des Ayurveda eine zweimalige
Panchakarma-Kur im Jahr zur Erlangung eines »glücklichen und gesunden
langen Lebens«. Sie dienen sowohl der Vorbeugung von Krankheiten im Sinne
einer aktiven Gesundheitserhaltung als auch der Behandlung spezieller Krankheitsbilder.
Dazu zählen rheumatische Erkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, unklare
Schmerzzustände, Stoffwechselstörungen, Über- und Untergewicht,
psychosomatische Beschwerden, Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten und verminderte
Immunität.
Mit der körperlichen Reinigung wird auch die Psyche von »Ballast«
befreit, was in der Regel zu einer Steigerung des positiven Lebensgefühls
führt.
Die erstaunlichen Wirkungen der Panchakarma-Kuren sind in umfangreichen medizinischen
und physiologischen Untersuchungen in Asien, den USA und Europa beschrieben
worden.
Die ayurvedische
Reinigungs- und Regenerationskur in einem Ursprungsland zu erleben, steht in
keinem Vergleich zu ähnlichen Behandlungen im Westen. Auch wenn der Ayurveda
eine universale und an keine Kultur, kein Land und Klima gebundene Wissenschaft
ist, so setzen eine sichere Diagnose und eine erfolgreiche Therapie umfangreiches
Wissen und große Erfahrung der ayurvedischen Ärzte voraus.
Diese Voraussetzungen finden Sie im »Ayurvedic Health Care Resorts (Pvt)
Ltd.« im südöstlichen Bergland von Sri Lanka. Das Heilklima
dieser Bergregion ist seit altersher bekannt und seine Einmaligkeit sogar durch
wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Heidelberg belegt.
Die Ärztinnen und Ärzte des Ayurveda-Kurzentrums und das geschulte
Personal verfügen über langjährige Erfahrungen in der ayurvedischen
Behandlung von Europäern.
Das unter deutscher Leitung stehende »Ayurvedic Health Care Resorts (Pvt ) Ltd.« ist von den entsprechenden Ministerien der Regierung Sri Lankas zur Durchführung von ayurvedischen Panchakarma-Kuren anerkannt.
Ayurveda
wird im Westen sehr oft unmittelbar mit Reinigungs- und Entschlackungskuren
in Verbindung gebracht. Diese Kuren sind die tiefgreifendsten Maßnahmen
zur Reinigung des Organismus. Wesentlich sind aber auch in den Alltag integrierte
Ernährungsregeln, die vor allem das »Verdauungsfeuer« stärken
und somit der Bildung von Schlacken entgegen-wirken sollen. Norbert W. Fischer
betont
die Bedeutung des Verdauungsfeuers für die Gesundheit und erläutert,
mit welchen Mitteln im Ayurveda der gesamte Stoffwechsel sowie die Ausscheidung
von Ablagerungen gefördert werden. Foto: Ayurveda Klinik-Kassel
Ein Körper,
der »nur« einer Reinigung und Entschlackung bedarf, ist nach ayurvedischer
Auffassung bereits krank. Seine Symptome werden den ersten beiden Stufen einer
sechsstufigen Krankheitsentwicklung zugeordnet. Wird nicht bereits hier kausal
behandelt, schreitet die Krankheit langsam und schleichend fort, bis sie in
einen schweren bzw. chronischen Zustand übergeht, die sechste Stufe der
Krankheitsentwicklung.
Sushruta, ein berühmter ayurvedischer Arzt
(500 Jahre v. Chr.) prägte den folgenden umfassenden Gesundheitsbegriff.
Nach Auffassung des Ayurveda ist der Mensch gesund, »dessen Physiologie
(Doshas) im Gleichgewicht ist, dessen Verdauung und Stoffwechsel (Agni) gut
arbeiten, dessen Gewebe- (Dhatu) und Ausscheidungsfunktionen (Mala) normal sind
und dessen Seele, Geist und Sinne sich im Zustand dauerhaften, inneren Glücks
befinden.« Demnach ist die Erhaltung eines dynamischen Gleichgewichts
der Doshas und das gute Funktionieren von Agni ausschlaggebend für die
Erhaltung, bzw. Wiederherstellung der Gesundheit. Grund genug, sich kurz mit
diesen beiden Begriffen zu beschäftigen und den Zusammenhang zum ayurvedischen
Verständnis von Reinigung und Entschlackung herzustellen.
Die Doshas
Caraka, der wohl bekannteste Ayurveda-Arzt des alten Indiens beschrieb die Beziehung
zwischen dem Menschen und dem Universum folgendermaßen: »Der Mensch
ist das Abbild des Universums. Was immer den Menschen in seiner Verschiedenheit
ausmacht, formt auch das Universum. Die Teile, die das Universum bilden, formen
wiederum den Menschen.« Mit diesen »Teilen« sind die »Fünf
Elemente« (Wasser, Feuer, Erde, Luft und Äther) gemeint, die Bausteine
des Universums, die immer zusammen, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung
die gesamte Schöpfung durchdringen und die wir anhand ihrer verschiedenen
Eigenschaften durch unsere fünf Sinne erfahren können.
Diese fünf Grundelemente manifestieren sich in ihrer dynamischen Form als
drei »Doshas«. Dosha heißt aus dem Sanskrit übersetzt:
»das, was sich verändern und verderben kann«. Wir können
die Doshas am besten als Bioenergien, als Wirkprinzipien oder als Regulationssysteme
begreifen. Bewegung (Vata), Stoffwechsel (Pitta) und Struktur (Kapha), diese
drei Prinzipen wirken in jeder Zelle, in jedem Organ und Organsystem.
Der Schlüssel zum Verständnis des Ayurveda liegt in der Beschäftigung
mit den Doshas. Für uns geht es darum, den Einfluß der auf uns wirkenden
Doshas zu erkennen und mit dem Wissen um unsere eigene spezielle Konstitution
zu verhindern, dass die Doshas aus dem Gleichgewicht geraten. Tun sie das, dann
»sammeln« sich die Doshas an ihren Hauptorten im Körper und
bilden »Ama«. Ama bedeutet soviel wie »unreif« oder
»unverdaut«. Im Ayurveda werden unter diesem Begriff hauptsächlich
aus unverdauten Nahrungbestandteilen herrührende Stoffwechselschlacken
zusammengefaßt.
Bei einem Kapha-Überschuß nimmt Ama die Form von Schleim an, der
sich in Magen und Lunge bildet und von dort im Körper verteilt. Bei einem
Ungleichgewicht von Pitta sammelt sich Ama als Säure im Dünndarm,
sowie in der Leber und wird von dort über das Blut in den übrigen
Körper transportiert, wo es die entsprechenden Pitta-Krankheiten verursacht.
Bei zuviel Vata sammelt sich Ama in Form von Gasen im Dickdarm. Von hier gelangt
es in das Blut und zu den Nervenzellen und verursacht die typischen Vata-Störungen.
Agni, das Verdauungsfeuer
Doshas und Agni stehen in direktem Zusammenhang. Ein Ungleichgewicht der Doshas
bewirkt in der Regel eine Verschlechterung des Agni; eine Verschlechterung des
Agni bewirkt ein Ungleichgewicht der Doshas, bzw. eine Ansammlung von Ama. Deshalb
ist es wichtig, dass alle Konstitutionstypen auf Ihre Verdauungskraft achten.
Menschen mit einer ausgeprägten Vata-Konstitution verfügen über
ein eher unbeständiges Verdauungsfeuer mit einer unregelmäßigen
Verdauung, Pitta-Typen in der Regel über ein ausreichendes, Kapha-Typen
über ein träges Verdauungsfeuer, weshalb letztere eher zu einer langsamen
und schwerfälligen Verdauung neigen.
Das richtige Funktionieren von Agni, dem biologischen Feuer, das den Stoffwechsel
regelt, ist entscheidend für unsere Gesundheit. »Lebensdauer, Ausstrahlung,
Stärke, Gesundheit, Begeisterungsfähigkeit, Körperfülle,
Glanz, Immunität, Energie, Wärmeprozesse und vitaler Atem –
das alles hängt vom Körperfeuer ab. Man stirbt, wenn dieses Feuer
erlischt, man lebt lange frei von Störungen, wenn es seine Aufgabe richtig
erfüllt und wird krank, wenn es geschwächt ist, denn Agni liegt all
dem zugrunde. Der Aufbau von Gewebe aus Nährstoffen hängt von Agni
ab, denn aus unverdauter Nahrung kann kein Gewebe aufgebaut werden.« (...)
»Die Nahrungsmittel werden mit Hilfe von Agni verdaut und abgebaut. Die
Speisen können nicht aus sich selbst, sondern nur durch Agni den Körper
ernähren. So hängt Leben und Tod vom Funktionieren des Agni ab.« (Caraka)
Agni wandelt alles Körperfremde – Nahrung, Eindrücke, Informationen,
Gefühle – in Körpereigenes um. Das Agni hat also mehrere Aufgaben,
es ist verantwortlich für die Umwandlung der Nahrung in Körpersubstanz,
für den Abbau und die Ausscheidung von Toxinen und Schlacken und damit
für die Reinhaltung und Sauberkeit unseres Verdauungstraktes. Frische,
Vitalität, Intelligenz sowie Schönheit von Körper und Geist sind
die Früchte eines gesunden und starken Agnis. Umgekehrt können sich
aufgrund seelischer oder emotionaler Konflikte bei einem geschwächten Agni
Körpergifte bilden. Ein Konflikt, ein traumatisches Erlebnis, eine belastende
Lebenserfahrung oder eine Kränkung, die nicht »verdaut« worden
ist, liegt ebenso schwer im Magen wie eine unverdaute Nahrung, dann »kauen
wir an dem Problem« oder es »liegt uns etwas im Magen«.
Die im Westen bekannte Redewendung: »Der Mensch ist, was er ißt«
müßte eher lauten: »Der Mensch ist, was er verdaut.«
Was nützt eine gesunde, vollwertige Ernährung, wenn sie wegen eines
geschwächten
Verdauungsfeuers nicht richtig verdaut werden kann? Diese unverdaute Nahrung
hat die Entstehung von Ama verschiedenster Art zur Folge, wodurch es zu
Gährungs- und Fäulnisprozessen im Darm kommt. Es bilden sich verschiedene
Alkohole, unerwünschte Keime siedeln sich in der Darmschleimhaut an, und
in einem späteren Stadium entwickeln sich Pilze, Viren, Bakterien, die
die Grundlage für diverse Krankheiten
schaffen. Appetitlosigkeit, Lethargie,
Zungenbelag am Morgen, Mundgeruch, übler Geruch der Ausscheidungen, Verstopfung
oder Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, saures Aufstoßen,
Über- oder Untergewicht, Kopfweh, Müdigkeit, Depressionen, Reizbarkeit,
schweres Erwachen, vermehrter Schleim, stumpfer Teint und stumpfe Augen sowie
Schwindel und allgemeine Schwäche weisen auf ein gestörtes Agni und
eine Ansammlung von Ama hin. Die Schwächung des gesamten Immunsystems bereitet
den Weg für Erkältungen, Grippe, allergische Erkrankungen, Arthritis
und andere Krankheiten. Auf der emotionalmentalen Ebene zeigen sich bei einem
gestörten Agni Symptome wie Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, mangelnde
Kreativität, fehlende Begeisterungsfähigkeit und geringes Durchsetzungsvermögen.
Die ständige Pflege des Verdauungsfeuers und die Vermeidung aller Faktoren,
die zur Bildung von Ama führen können, ist für die Erhaltung
unserer Gesundheit und Lebensfreude äußerst wichtig. So empfiehlt
der Ayurveda die Beachtung bestimmter Essensregeln, die das Agni vor, während
und nach der Mahlzeiten stärken. Kalte Getränke z.B., die vor oder
während der Mahlzeiten serviert werden, vermindern oder »löschen«
sogar die Verdauungskraft. Des weiteren wird das Agni gestört, wenn
• die Nahrung im Verhältnis zur Verdauungskraft zu schwer oder zu
üppig ist,
• zu häufig gegessen wird,
• Mahlzeiten ausgelassen oder über längere Zeit
gefastet wird,
• ungesunde, gefrorene, kalte oder alte
Nahrungsmittel verzehrt werden,
• nicht auf starke Genußmittel (Kaffee,Tee,
Alkoholika) verzichtet werden kann,
• am Abend die Hauptmahlzeit oder eiweißreiche
Kost serviert wird,
• beim Essen gelesen, ferngesehen oder
gestritten wird,
• Gefühle unterdrückt und nicht »verdaut« werden
• und einer der Konstitution abträglichen
Ernährungs- und Lebensweise gefrönt wird.
Das Essen zwischen den Mahlzeiten (Kuchen, Snacks etc.) – eine weit verbreitete
Gewohnheit – unterbricht den Verdauungsprozeß und läßt
unverdaute Nahrung als Ama zurück. Gleichzeitig wird verhindert, dass sich
ein richtiges Hungergefühl einstellt. Dieses signalisiert nach Auffassung
des Ayurveda erst, dass die vorhergehende Mahlzeit vollständig verdaut
und das Agni bereits wieder stark genug ist, erneut Verdauungsarbeit zu leisten.
Das Essen zwischen den Hauptmahlzeiten ist eine Hauptursache für das Entstehen
von Ama.
Im Ayurveda wird totales Fasten nicht empfohlen, da es Vata im Körper vermehrt.
So wird eher zu einem Teilfasten geraten, abhängig vom Konstitutionstyp
und vom Krankheitsbild. Beim Voll- oder Wasserfasten ruht das Verdauungsfeuer,
wodurch es nachhaltig geschwächt werden kann. Wird das Fasten dann gebrochen,
ist das Agni zu schwach, um die Nahrung zu verdauen. Das ist der Grund, warum
viele Menschen nach einer reinen Fasten- oder Mayr-Kur oft schnell wieder an
Gewicht zunehmen. Ein gutes Beispiel liefert uns dafür ein bekannter Politiker,
der jährlich in der Osterzeit bis zu 13 Kilogramm »abmayrt«,
gegen Pfingsten jedoch schon wieder 16 kg zugenommen hat. Das liegt nicht am
Pfälzer Saumagen, sondern an der durch den Kurverlauf verminderten Verdauungskraft.
Ayurvedisches Fasten zielt demgegenüber auf die Wiederherstellung einer
starken Verdauungskraft bei gleichzeitiger Verminderung von Ama. Ein solches
Teilfasten, das aus einem geringen und bekömmlichen Nahrungsangebot besteht,
das zugleich viele »brennbare« Eigenschaften enthält, entfacht
das Verdauungsfeuer und verbrennt Schlacken und Toxine.
Hinter diesem wohlklingenden Namen verbirgt sich eine so einfache wie wirkungsvolle
Rezeptur, nämlich circa zwanzig bis dreißig Minuten lang abgekochtes
reines Wasser (Leitungs- oder Mineralwasser). Köcheln Sie am Morgen zwei
Liter Wasser für die angegebene Zeit, halten Sie das Wasser in einer Thermoskanne
warm und trinken Sie es schluckweise möglichst heiß über den
ganzen Tag verteilt. Durch das Köcheln verbessert sich der Geschmack des
Wassers, durch Zugabe von z.B. Ingwer oder Zitronensaft läßt er sich
variieren.
Die alten weisen Männer Indiens hatten bereits gesehen, dass sich durch
das Köcheln die Molekularstruktur des Wassers verändert. Es wird durch
diesen Vorgang »leichter«, wird vom Körper schneller absorbiert,
dringt tiefer in das Gewebe ein und bewirkt eine schonende, aber intensive Ausleitung
und Ausschwemmung von Giftstoffen. Das regelmäßige Trinken des »Ayurveda-Champagners«
entfaltet zahlreiche Heilwirkungen auf den Organismus. Es empfiehlt sich daher,
diese einfache und bekömmliche Maßnahme über die zeitlich begrenzte
Reinigungstherapie hinaus in den Alltag zu integrieren.
Zwei herausragende Mittel zur Reinigung und Stärkung von Körper, Geist
und Gemüt und zur Harmonisierung der Doshas, nämlich Ghee und Ingwer,
sollen hier nicht unerwähnt bleiben. In der ayurvedischen Literatur findet
man viele Beispiele über ihre Anwendungsmöglichkeiten und Heilwirkungen.
Ein Eßlöffel voll Ghee (geklärte Butter) den Mahlzeiten beigemischt,
verbessert den Geschmack und unterstützt die Verdauung. Die anregende Kraft
des Ingwers stimuliert die Verdauungsorgane und sorgt für eine rasche Ausscheidung
von Schlacken und Giftstoffen. Ingwer fördert die Zirkulation des Blutes
und anderer Körperflüssigkeiten, löst Verspannungen und Verkrampfungen,
weitet die Adern und entlastet das Herz. Ingwerpulver wirkt vorwiegend innerlich
und leistet einen guten Dienst bei der Entgiftung des Körpers, frischer
Ingwer wirkt eher auf die Körperoberfläche ein.
Alles in der Natur unterliegt dem Rhythmus von
Werden und Gehen, so besteht ein enger Zusammenhang zwischen den kosmischen
Rhythmen und den Biorhythmen des Menschen. Diese Kräfte lassen sich zur
Optimierung einer Reinigungs- und Entschlackungsphase ausnutzen. So empfiehlt
der Ayurveda ein siebentägiges Teilfasten beim Wechsel zweier Jahreszeiten
im März und im September, am besten um die Tag- und Nachtgleiche. Dem Fasten
an Vollmond, Neumond oder bei abnehmenden Mond wird eine besonders gute Wirkung
zugeschrieben.
Eine andere sehr wirksame Möglichkeit besteht darin, in jeder Woche an
einem bestimmten Tag sein Verdauungssystem wie oben beschrieben zu entlasten
und zu reinigen. Der Ayurveda empfiehlt den Tag, an dem man geboren wurde, bzw.
für Frauen den Freitag, weil an diesem Tag die weibliche Energie besonders
stark ist. Jedes regelmäßige Tun stärkt unsere Einbettung in
den Makrokosmos und nutzt diese Energie. Die zeitliche und inhaltliche Wiederholung
eines Reinigungsrituals vermehrt entschieden seine Wirksamkeit.
Abführmaßnahmen und Einläufe unterstützen den Körper
bei seiner Reinigung. Der Einlauf vermindert Vata im Dickdarm, das Abführen
wirkt der Vermehrung von Pitta im Dünndarm entgegen. Das Abführen
empfiehlt sich am Anfang der Reinigungstherapie. Einem Einlauf ohne Fett am
Ende der Entschlackungskur sollte ein Einlauf mit Fett folgen. Die Autorin Vinod
Verma empfiehlt in ihrem Buch über Ayurveda (Barth-Verlag) das folgende
Rezept: »Nehmen Sie 160ml Milch und fügen Sie zu gleichen Teilen
Honig, Öl und Ghee hinzu, so dass die Gesamtmenge 240ml beträgt.«
Eine tiefgreifende und wirksame Methode zur körperlichen und seelisch-geistigen
Entschlackung und Wiederherstellung des dynamischen Gleichgewichts ist die sogenannte
Panchakarma-Therapie. »Pancha« bedeutet »fünf«
und »Karma« bedeutet »Tätigkeiten« oder »Vorgänge«,
durch die Toxine und Schlacken in unserem Körper gelöst und über
unsere natürlichen Ausscheidungsorgane ausgeschieden werden.
In der Vorkur wird durch Ölanwendungen, Dampfbäder, spezielle ayurvedische
Medikamente, Diät und andere Maßnahmen das »Ama« aus
den Geweben gelöst und zurück an seine Hauptlokalisation geführt.
Von dort aus wird es durch die »Fünf Karmas« (je nach Diagnose:
Erbrechen, Abführen Einlauf, Reinigung der Stirn- und Nasennebenhöhlen,
Blutreinigung) ausgeleitet.
Die alten Schriften des Ayurveda empfehlen zwei Panchakarma-Kuren im Jahr zur
Erlangung eines »glücklichen und gesunden, langen Lebens«.
Diese dienen der Vorbeugung im Sinne einer aktiven Gesunderhaltung und sind
Teil der Behandlung spezieller Beschwerden. Die Reinigung findet gleichzeitig
auf der psychischen Ebene statt und gibt somit Raum für ein positiveres
Lebensgefühl. Von der authentischen und sensiblen Durchführung dieser
uralten Reinigungskur konnte ich mich bei zahlreichen Besuchen in ayurvedischen
Krankenhäusern in Sri Lanka und Indien überzeugen.
Norbert W. Fischer
Heilpraktiker, Repräsentanz des Ayurvedic Health Care Resorts (Pvt) Ltd.
für Europa, Leitung von Ayurveda-
Studienseminaren, Lichtbildvorträge und Seminare über Theorie und
Praxis des Ayurveda.
Nachdruck aus dem »DAO-Magazin« Sonderheft Ernährung
mit freundlicher Genehmigung des Kolibri-Verlages GmbH
Flugbuchung und Anreise
Der Hin- und Rückflug erfolgt mit der Fluggesellschaft »SriLankan
Airlines«. Abflug von Frankfurt bzw. Zürich ist Freitags, Ankunft
in Colombo am Samstagmorgen. Rückflug für die Teilnehmer einer dreiwöchigen
Ayurveda-Kur Sonntags, Ankunft in Zürich/Frankfurt wegen der Zeitverschiebung
noch am gleichen Tag gegen Mittag.
»SriLankan Airlines« fliegt an jedem Montag, Mittwoch, Freitag und
Sonntag von Frankfurt nach Colombo und an den gleichen Wochentagen zurück
nach Frankfurt.
Nach der Ankunft in Sri Lanka Transfer zu einem Hotel bei Colombo. Dort werden
die ayurvedischen Ärztinnen und Ärzte am Nachmittag die Eingangskonsultation
vornehmen und den Therapie- und Medikamentenplan erstellen.
Am nächsten Morgen Busfahrt in die Berge zum Ayurveda-Kurzentrum mit Unterbrechung
(Mittagspause) in einem Hotel bei Ratnapura, der »Stadt der Edelsteine«.
Am Donnerstagnachmittag der dritten Kurwoche Bustransfer direkt vom Ayurveda-Kurzentrum
in ein Hotel in der Nähe des Flughafens (Abendessen/Übernachtung).
Am darauffolgenden frühen Morgen Transfer zum Flughafen, Abflug nach Frankfurt
bzw. Zürich.
Nach der Ankunft in Sri Lanka (Samstagmorgen) Transfer zum Hotel »Ratnaloka
Inn« bei Ratnapura, der »Stadt der Edelsteine«. Am nächsten
Morgen Weiterfahrt zum Ayurveda-Kurzentrum, wo am Nachmittag die Eingangskonsultationen
stattfinden und der Therapie- und Medikamentenplan erstellt wird.
Am Samstag der zweiten Kurwoche Transfer zu einem Hotel in Flughafennähe,
am anderen Morgen Transfer zum Flughafen, Abflug nach Frankfurt.
Geldwechsel
Zu empfehlen für den Geldumtausch sind DM-Reiseschecks. Ein kleinerer Geldbetrag
kann im Flughafen oder im Hotel umgetauscht, größere Beträge
sollten wegen des günstigeren Kurses eher in der Bank im Dorf unweit des
Ayurveda-Kurzentrums gewechselt werden.
Klima und
Kleidung
Das Klima in den Bergen ist in der Regel ganzjährig warm-trocken mit stärkeren
Regenfällen im November und Dezember. Die leichte abendliche Frische mit
erquicklicher nächtlicher Abkühlung in den Bergen wird besonders von
den Gästen aus Europa als angenehm empfunden.
Dem Klima sollte auch die Kleidung angepasst sein: leichte Baumwollkleidung
für die sonnigen Tage, warme Kleidung für frische Abende (November
bis Januar), leichter Regenschutz, Halbschuhe für Spaziergänge.
Impfungen
Nach den WHO-Richtlinien für Impfungen wird für Sri Lanka die Einnahme
von Malaria-Prophylaktika nur empfohlen. Die Entscheidung über Einnahme
oder Nichteinnahme muß also jeder selbst treffen. Man sollte aber bedenken,
dass das Kurzentrum nicht in einem Malariagebiet liegt und dass die Einnahme
dieser Mittel den Ausbruch einer Malariaerkrankung nicht verhindern würde,
gegebenenfalls sogar durch die Verschleierung der Symptome eine rechtzeitige
Diagnose und wirksame Behandlung erschweren könnte. Die Moskitonetze bieten
einen guten mechanischen Schutz. Moskitos »fliegen« im übrigen
auf dunkle Kleidung, weiße mögen sie nicht.
Unterkunft
und Verpflegung
Die Gäste wohnen in einer schönen Villa englischen Stils bzw. in der
angeschlossenen Dependence. Von den Anlagen des Kurzentrums in einem Wäldchen
am Rande des Dorfes genießt man einen herrlichen Blick auf die in der
Ferne liegende Bergwelt um Nuwara Eliya und den Horton Plains. Villa, Dependence
und Behandlungszentrum liegen im landschaftlich schönsten Teil des Berglands
in einer Höhe von 1400 m ü. NN im Südosten der Insel, dessen
besonderes Heilklima seit altersher gerühmt wird und sogar durch Untersuchungen
der Universität Heidelberg belegt ist.
Zwei große Doppelzimmer und vier Einzelzimmer befinden sich im Haupthaus,
zwei Doppel- und vier Einzelzimmer in der Dependence im Garten hinter der Villa.
Bis auf zwei Einzelzimmer im Haupthaus, die sich ein Bad teilen, verfügen
alle anderen Doppel- und Einzelzimmer über ein eigenes separates Badezimmer
mit Dusche, Toilette und warmem Wasser.
Die Verpflegung entspricht den besonderen Anforderungen einer ayurvedischen
Panchakarma-Kur. Die wohlschmek-kenden vegetarischen Mahlzeiten sind auf den
Kurverlauf abgestimmt.
Vorträge
und Filmabende
Sie sollen den Gästen das Verständnis vom Ayurveda erleichtern und
dazu anregen, sich nach der Kur im Alltag gemäß ihrer individuellen
Konstitution zu ernähren und durch eine ihrem Wesen angepasste Lebensführung
den Kurerfolg
dauerhaft zu sichern.
Ein ayurvedischer Arzt demonstriert in der Apotheke des Ayurveda-Kurzentrums
anhand eines Rezeptes die aufwendige und sorgfältige Herstellung und Zusammenstellung
der verschiedenen ayurvedischen Medikamente.
Die klassischen Yogaübungen oder andere Therapien helfen, ein verlorenes
Körper- und Atembewusstsein wiederher-zustellen und Körper und Geist
miteinander in Einklang zu bringen. Die Meditation ist an keine »Technik«
oder Weltanschauung gebunden. Langjährige Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiges
Meditieren besonders ausgleichend auf die drei Bioenergien des Körpers
wirkt.
Ausflüge
und Rundreisen
Vom Gesundheitszentrum werden an verschiedenen Nachmittagen Ausflüge in
die nahe Umgebung organisiert: zu den Tempeln und Klöstern der verschiedenen
Religionen, zu Gewürzfabriken, Teeplantagen und zu den Wasserfällen.
Gegen ein geringes Entgeld können Sie an diesen Ausflügen teilnehmen.
Die Erstuntersuchung
Am Anfang jeder Panchakarma-Therapie steht die eingehende Untersuchung und Befragung
nach ayurvedischen Grundsätzen durch erfahrene ayurvedische Ärztinnen
und Ärzte. An dieser Erstkonsultation nimmt in der Regel auch der begleitende
Therapeut teil. Die Verständigung mit den Ärzten geschieht in Deutsch
und Englisch.
Die Vorbehandlung
Während dieser Phase werden durch eine spezielle, leichtverdauliche und
fettfreie Diät, verschiedene Ölmassagen und Wärmebehandlungen
Krankheitsstoffe aus den Geweben gelöst und in den Magen-Darm-Trakt (unter
Umständen auch in den Bronchialraum) transportiert, von wo sie in den Hauptbehandlungen
durch weitere Anwendungen aus dem Körper ausgeschieden werden.
Die Hauptbehandlung
Die therapeutischen Maßnahmen in dieser Phase dienen der Reinigung von
Körper, Geist und Gefühlen. Sie werden in der klassischen Form angewandt,
wobei je nach Diagnose verschiedene Verfahren zur Anwendung kommen, immer unter
Berücksichtigung der körperlichen Verfassung des Patienten. Sie dienen
– wie alle Maßnahmen – der Reinigung, Entschlackung und dem
Aufbau des Organismus.
Die Nachkur
In der Schlußkonsultation werden für eine mehrwöchige Nachkur
zu Hause verschiedene ayurvedische Medikamente verordnet, die sowohl den Reinigungsprozeß
des Körpers weiterhin unterstützen als auch eine sehr aufbauende Wirkung
haben.
Kurablauf
Der Morgen ist ausgefüllt mit verschiedenen Anwendungen: Ganzkörpermassagen
mit speziellen Ölen, Kräuterdampfbä-dern, Körperreinigungen
mit Kräuterbüscheln, Kopfmassagen und Nasen-, bzw. Stirnhöhlenbehandlung.
Die Öle werden nach klassischen Rezepten unter Verwendung verschiedener
Heilpflanzen hergestellt, was vielleicht ihre tiefgreifende Wirkung erklärt.
Je nach Kurverlauf kommen eventuell weitere therapeutische Maßnahmen zur
Anwendung.
Die Verabreichung von reinigenden und allgemein kräftigen-den Abkochungen, Tinkturen, Elixieren, Pulvern, Pasten und Kapseln sind Bestandteil der Kur. Nach einer besonderen Rezeptur werden ca. 12 verschiedene Heilpflanzen früh am Morgen zu einem Dekokt geköchelt, der zusammen mit anderen Präparaten über den Tag verteilt eingenommen wird.
Rasayanas (hochwirksame Medikamente zur Verjüngung des Organismus) oder Vajikaranas (Medikamente zur Steigerung der Sexualkraft) entfalten erst bei einem vollständig gereinigten Organismus ihre Wirkung. Sie werden je nach Indikation bei der Schlußkonsultation für die Nachkur zu Hause verschrieben.
Pindasveda
Gekochter Milchreis wird mit Tinkturen getränkt, in ein Säckchen gefüllt
und der
Körper des Patienten damit »beklopft«
Shirodara Ein warmer Ölstrahl rinnt auf die Stirn, eine wohltuende und entspannende Anwendung
Svedana Kräuterdampfbäder und Kräuterpackungen
Pizzhichil
Eine bis zu vierzig Minuten dauernde von
zwei MasseurInnen durchgeführte Synchronmassage unter einem warmen Ölstrahl.
Hier kommen die positiven Wirkungen von Massage-, Entspannungs- und Wärmetherapie
vereint zur Geltung
Bastis Verschiedene Arten von großen und kleinen, nährenden und reinigenden Einläufen
Nasya Nasenbehandlung für die Nebenhöhlen mit leichter Massage im Schulter- und Kopfbereich, Inhalationen mit bestimmten ätherischen Ölen für die Nase
Weitere Maßnahmen
ayurveda kur
panchakarma
vata pita kapha
yoga und meditation
ayurvedische behandlung
vorbeugende Therapie
alternativmedizin
chronische beschwerden
ayurveda